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Querformat. Zeitschrift für ZeitgenössischesKunst, Populärkultur

Zeitschrift für Kulturwissen

schaften, Heft 2/2008:

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Zeitschrift für Literaturgeschichte Heft 3/2008

Das mittlerweile die wesentlichen nationalphilologischen Felder abdeckende Handbuch- und Lexikonprogramm des Metzler-Verlags ist um ein nun gleich drei Bände umfassendes Nachschlagewerk angewachsen. Auf gut 1500 Seiten findet sich Biobibliographisches zu 1000 Autorinnen und Autoren von der Antike bis zur Gegenwart, wobei etwa die Hälfte der Texte bereits vorliegenden Lexika und Nachschlagewerken des Metzler-Programms entnommen wurde. Solch eine „Wiederverwertung“ lässt auf eine tragfähige Begründung des Begriffs wie auch des Konzepts „Weltliteratur“ hoffen, das erwartungsgemäß hinsichtlich der Ordnungs- und Auswahlprinzipien des vorliegenden Nachschlagewerkes maßgeblich sein sollte. Im sehr kurzen Vorwort distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von einem normativ besetzten Konzept der ‚Weltliteratur’ und verschreibt sich somit nicht dem Vorhaben der Reproduktion überkommener Kanonizität, sondern weitet den Blick des Lesers für die interkulturelle Weite der Literatur und findet so eine angemessene Balance zwischen den unvermeidlichen Größen des „Höhenkamms“ und interessanten Gegenwartsautoren. Diese Balance setzt Mut und Willen zur Selektivität voraus und gerade hier wünscht man sich eine weiterführende konzeptionelle Begründung. Welche Kriterien für die Aufnahme der jeweiligen Autoren in die Bände des Lexikons ausschlaggebend waren, wird nicht erörtert. Welche Vernetzungen und Beziehungsgeflechte existieren zwischen den jeweiligen Nationalliteraturen und verleihen dem Begriff der ‚Weltliteratur’ im Kontext einer globalisierten Lebenswelt an Aktualität. Hier hätte das Lexikon, gerade mit Blick auf die Gegenwartsliteratur, einen wichtigen Beitrag leisten können. Nicht trennscharf genug erscheint an einige Stellen der dem Lexikon zugrunde liegende Literaturbegriff. Wenn beispielsweise Roland Barthes Eingang in das Nachschlagewerk findet, warum nicht auch Michel Foucault, Jacques Lacan oder etwa Jacques Derrida?

Der essayistische Stil der Beiträge garantiert eine gute Lesbarkeit. Die Vielzahl der vorgestellten Schriftstellerinnen und Schriftsteller bedingt freilich die textliche Kürze. Trotzdem ist es den Autoren gelungen, ohne unzulässige Verknappungen fundierte bio-bibliographische Abrisse zu liefern, die sowohl eine schnelle und präzise Information ermögliche als auch zum Blättern und Schmöker einlädt.So trifft man auf Altbekanntes und Bewährtes ebenso wie auf spannende Neuentdeckungen. Wo bewährte Gesamtausgaben greifbar sind, wird auf diese in einem kurzen bibliographischen Anhang verwiesen, die wichtigsten Einzeltexte werden in den Essays erwähnt. Leider fehlen zumeist Hinweise auf weiterführende Literatur zu den Autoren und ihren Texten. Ebenso sucht man vergebens nach einer gängigen Querverweisstruktur, die die intra- und interliterarischen Zusammenhänge deutlicher hervortreten lässt.

Das Metzler Lexikon ‚Weltliteratur’ bietet eine Fülle lesenswerter Darstellungen zu Leben und Werk bekannter und weniger bekannter Schriftstellerinnen und Schriftsteller und tritt begrüßenswerterweise mit dem Rekurs auf den – leider nur unzureichend programmatisch profilierten - Begriff der „Weltliteratur“ aus der Masse nationalliterarisch fokussierter Nachschlagewerke hervor.

Insgesamt eine Bereicherung des Metzler-Programms und mit Blick auf das gute Preis-Leistungs-Verhältnis eine wirkliche Empfehlung für alle „weltliterarisch“ Interessierten.

Metzler Lexikon Weltliteratur 3 Bd.


1.000 Autoren von der Antike bis zur Gegenwart

 

Verlag: Metzler 2006

Ausstattung/Bilder: 2006. Zus. 1.500 S.

Deutsch

Abmessung: 23, 5 cm

Gewicht: 2874g

ISBN-13: 9783476020932

ISBN-10: 3476020932

Best.Nr.: 20832653

 

EUR 129.95